Frühstückstreffen für Frauen
Frankfurt/Oder

Impuls




Ein junger Student kommt zu einem alten Eremiten, der am Rande der Wüste wohnt und klagt ihm, dass er sich beim Studium nicht konzentrieren kann: „Ich lese so viel in der Bibel und bin begeistert von der Wahrheit der Worte. Aber es gelingt mir nicht, sie zu behalten. Ich vergesse alles. Ist meine Mühe nicht gänzlich umsonst?“ 

Der Eremit hört ihm regungslos zu. Nach einer Zeit des Schweigens deutet er auf einen schmutzverkrusteten Korb. „Hole mir aus dem Brunnen dort drüben Wasser“, fordert er den jungen Mann auf. „Hm, er findet meine Frage wohl zu dumm“, denkt der Student, greift den Korb und trottet zum Brunnen. Er schöpft das Wasser und kehrt zurück zum Eremiten. Als er ankommt, ist das Wasser aus dem Korb heraus gerieselt und der Korb leer. 

„Geh nochmal“, befiehlt der Eremit. Der junge Mann folgt. Ein drittes, ein viertes Mal muss er gehen. „Der Alte prüft meinen Fleiß, meine Beharrlichkeit beim Arbeiten, bevor er mir antwortet“, denkt sich der Student. Immer wieder zuckelt er los mit dem Korb, füllt ihn und kommt entleert zurück. Nach zwölf sinnlosen Versuchen bleibt er stehen, während ihn der Eremit schweigend anschaut. 

„Schau dir den Korb an“, sagt der weise Alte. „Er ist ganz sauber“, sagt der Jüngling erstaunt.
 „So ergeht es dir mit den Worten, die du fleißig liest und in Gedanken wendest“, sagt der Eremit. „Du kannst sie nicht festhalten, sie fließen durch dich hindurch, und du hältst die Mühe für vergeblich. Aber ohne dass du darauf achtest, klären die Worte deine Gedanken und machen dein Herz rein.“

- Verfasser unbekannt -
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